28.2.2017: Netzwerk LSBTTIQ sorgt für Transparenz durch klare Standards in der Beratung

Beratungseinrichtungen für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen in Baden-Württemberg arbeiten auf Basis einheitlicher Standards und mit hoher Qualitätssicherung. Damit setzt das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg bundesweit Maßstäbe und macht die Beratungsstandards Interessierten zugänglich.

Persönlicher Rückhalt und praktische Informationen bei massivem familiärem Druck nach einem Zwangsouting, gemeinsame Reflektionszeit in der Paarkrise, erste Schritte zu mehr Selbstbewusstsein als queere Frau und vieles mehr - die Themen und Anliegen der Ratsuchenden sind vielfältig. Auch die Organisationsformen und -strukturen der 12 Beratungseinrichtungen, die im Projekt „Etablierung landesweiter Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen" zusammenarbeiten, sind vielfältig. Umso mehr freut sich Projektleiterin Margret Göth von PLUS, der Psychologischen Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V., dass “die gute Zusammenarbeit sowie die erstmalige Förderung durch das Land Baden-Württemberg in 2015 und 2016 einen regelmäßigen Austausch der Berater_innen ermöglichte“

Gemeinsam wurden das praxisorientierte Wissen und die gesammelten Erfahrungen nun zusammengetragen und Standards für die Beratung sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung entwickelt, die für alle im Projekt Beteiligten verbindlich sind. Dazu gehört auch ein transparentes und systematisch anwendbares Qualitätsmanagement. “Mit der bundesweit erstmaligen Ausformulierung konkreter Maßnahmen für ein durchgängiges Qualitäts- und Beschwerdemanagement werden Grundfragen von Beratungsstrukturen angesprochen und Lösungen auf hohem Niveau angeboten.“, führt Margret Göth aus. Ebenfalls hervorzuheben ist, dass in den Beratungsstandards konsequent die Vielfalt von Lesben, Schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen berücksichtigt wird. Der deutliche Praxisbezug – hergestellt durch grundlegendes Beratungswissen, klare Hinweise zu Anforderungen an die Rahmenbedingungen sowie praxisnahe Anregungen zur Gestaltung eines hilfreichen und lösungsorientierten Beratungsrahmens – machen die seit Kurzem verfügbaren Standards zu einer wertvollen Hilfestellung in der täglichen Beratungsarbeit.

Auch außerhalb von Baden-Württemberg besteht großes Interesse an den Qualitätsstandards. Mari Günther, Leiterin der Beratungsstelle QUEER LEBEN für inter- und transgeschlechtliche Menschen in Berlin verdeutlicht: "Die in Baden-Württemberg erarbeiteten Standards zeigen nicht nur, über wie viel Kompetenz die community-basierte Beratung verfügt, sondern sie bieten auch eine erste wichtige Hilfestellung zum Aufbau und zur Qualifizierung weiterer dringend notwendiger Beratungsangebote. Bemerkenswert ist der klare Blick auf die notwendige Einbeziehung und Reflexion des persönlichen Erfahrungshintergrundes der Berater_innen".

Das Beratungsprojekt wurde gemeinsam im Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg entwickelt. Mathias Falk, Mitglied des Sprechendenrats des Netzwerks, sieht die Beratungsstandards als ein wichtiges Qualitätsmerkmal des landesweiten Projekts: “Wir freuen uns, dass das Beratungsangebot seit seinem Projektbeginn vor einem Jahr so gut angenommen wird. Diese große Nachfrage zeigt den Bedarf an qualifizierter und professioneller Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen. Durch die verbindlichen Standards stellen wir sicher, dass alle Ratsuchenden in Baden-Württemberg auch die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.“

Unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kann die gedruckte Version gegen Portoersatz bestellt werden, online stehen die Beratungsstandards auf der Webseite des Netzwerks unter www.netzwerk-lsbttiq.net/beratung/standards zur Verfügung. Ratsuchende können sich so vorab informieren.

Das Projekt wird im Rahmen des Aktionsplans "Für Akzeptanz & gleiche Rechte" durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert.

Weitere Informationen und Kontakt zu den Beratungsangeboten http://www.netzwerk-lsbttiq.net/beratung

 

 

Über das Netzwerk Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queeren (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen. Das Netzwerk zeigt damit bereits die Vielfalt und die Vielgestaltigkeit von Geschlecht und sexueller Orientierungen. Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen LSBTTIQ-Mitgliedsgruppen auf Landesebene zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und gegenüber landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten. Dabei greift das Netzwerk auf die vorhandenen Kompetenzen und Expertisen der Mitglieder zurück. Die Bündelung der Aktivitäten vor Ort erbringt Synergieeffekte, die den gesellschaftlichen Beitrag der Mitgliedsgruppen wirkungsvoller gestaltet. Die Eigenständigkeit jedes Mitglieds wird respektiert und alle Mitglieder arbeiten gleichberechtigt.

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Mehr Informationen zum Netzwerk: www.netzwerk-lsbttiq.net
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LSBTTIQ: Die Abkürzung steht für einzelne Richtungen in der vielfältigen Regenbogen-Gemeinschaft – lesbisch (L), schwul (S), bisexuell (B), transgender (T), transsexuell (T), intersexuell (I), queer (Q).


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