17.5.2019: Flagge zeigen und wählen gehen am 26.05.2019

Auch 2019 ruft das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg mit vielen anderen zusammen dazu auf, sich am 17. Mai an den Aktionen gegen Homofeindlichkeit und für Akzeptanz nicht heterosexueller Lebensweisen zu beteiligen und klare Zeichen für die Akzeptanz der Vielfalt sexueller Orientierungen und der Vielfalt von Geschlecht zu setzen. Gerade im Wahlmonat ist Öffentlichkeit und politisches Gehörtwerden wichtig. Es gilt Respekt einzufordern und aktiv Aufklärung zu betreiben. 

Seit 2005 gilt weltweit der 17. Mai als der International Day Against Homophobia (IDAHO). Auch in Deutschland wird dieser als Gedenk- und Demonstrationstag gegen Homofeindlichkeit begangen. Ziel der politischen Aktionen an diesem Tag ist es, Respekt gegenüber Lesben, Schwulen, bi- und pansexuellen Menschen einzufordern. Darüber hinaus wird die Akzeptanz aller Menschen eingefordert, die nicht der heteronormativen Norm entsprechen. Damit wenden sich die Aktionen heute gegen jede Ausgrenzung und Stigmatisierung aufgrund der sexuellen Orientierung und des Geschlechts.

Der Tag ist Anlass, auf Diskriminierungen aufmerksam zu machen und gleichzeitig die bisher errungenen Erfolge zu feiern.

2019 jährt sich zum 25. Mal die Abschaffung des §175. Dieser stellte homosexuelle Handlungen zwischen Männern bis 1994 unter Strafe. Nach der Streichung des § 175 sind auf rechtlicher Ebene in den letzten Jahrzehnten in Deutschland weitere Diskriminierungen abgebaut worden. Meilensteine der Erfolgsgeschichte sind die 2001 eingeführte eingetragene Lebenspartnerschaft, die in Deutschland erstmalig lesbischen und schwulen Paaren einen anerkannten rechtlichen Rahmen bot. Die verbleibenden Benachteiligungen im Steuer-, Erb- und Adoptionsrecht wurden 2017 beseitigt und die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht. Diese wichtige Angleichung der Rechte homosexueller und heterosexueller Paare vor dem Standesamt ist ausführlich gefeiert worden. ‚Vergessen’ wurde dabei allerdings für lesbische Paare mit eigenen Kindern eine analoge Regelung für die Elternschaft wie bei heterosexuellen Paaren.

Gesellschaftlich haben Diskriminierungen gegenüber gleichgeschlechtlich liebenden Menschen abgenommen. Dennoch müssen sich Schwule, Lesben, bi- und pansexuelle Menschen noch immer gegen Anfeindungen wehren, die ihre Art zu lieben nicht akzeptieren oder die ihre Männlichkeit und/oder Weiblichkeit anzweifeln: „Es ist bedauerlich, dass 25 Jahre nach Abschaffung des §175 'schwul' und 'lesbisch' noch immer zu den wirkungsstärksten Schimpfwörtern unter Jugendlichen zählen,“ merkt Tamara Kailuweit aus dem Sprechendenrat des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg an und führt fort: „Allein daran ist zu sehen, dass die Homofeindlichkeit in Deutschland bei weitem noch nicht überwunden ist“.

Auf internationaler Ebene wird 2019 ein großes Jubiläum für den Kampf um LSBTTIQ-Rechte gefeiert: Vor 50 Jahren fanden die weltweit bekannt gewordenen Widerstände von Gästen_ der Bar „Stonewall Inn“ in New York statt. Damals wehrten sich transsexuelle, lesbische und schwule Gäste der gegen die Repressionen und den gewalttätigen Umgang der Polizei. Dieser spontane Widerstand zog weitere Auseinandersetzungen mit sich, die weite Kreise zogen und dazu führten, dass bis heute weltweit Christopher Street Days (CSD) veranstaltet werden, bei denen Sichtbarkeit praktiziert und Widerstände gegen Repressionen geleistet werden.

In Zeiten, in denen sich auf politischer Ebene Stimmen etablieren, die offen gegen gleichgeschlechtliche Liebe sprechen, ist es notwendig, Stellung gegen Diskriminierung zu beziehen. „Im Wahljahr 2019 bietet sich eine große Chance, politisches Gehör zu finden. Alle sind herzliche eingeladen, Flagge zu zeigen!“, so Angela Jäger vom Sprechendenrat des Netzwerks. Die bevorstehenden Wahlen bieten die Chance die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und zu sichern. Ermutigend fügt Mathias Falk hinzu: „Wir haben uns im Netzwerk zusammengeschlossen und rufen gemeinsam dafür auf, am 26. Mai wählen zu gehen: Zum IDAHO auf die Straße, für die Kommunalwahl und zur Europa-Wahl in die Wahlkabine!“

Gute Treffpunkte am 17.5.2019, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, bieten die Veranstaltungen von Mitgliedern des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg. Nähere Details zu den Veranstaltungen finden Sie auf der Homepage des Netzwerks:


 

Über das Netzwerk Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queeren (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen. Das Netzwerk zeigt damit bereits die Vielfalt und die Vielgestaltigkeit von Geschlecht und sexueller Orientierungen. Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen LSBTTIQ-Mitgliedsgruppen auf Landesebene zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und gegenüber landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten. Dabei greift das Netzwerk auf die vorhandenen Kompetenzen und Expertisen der Mitglieder zurück. Die Bündelung der Aktivitäten vor Ort erbringt Synergieeffekte, die den gesellschaftlichen Beitrag der Mitgliedsgruppen wirkungsvoller gestaltet. Die Eigenständigkeit jedes Mitglieds wird respektiert und alle Mitglieder arbeiten gleichberechtigt.

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LSBTTIQ: Die Abkürzung steht für einzelne Richtungen in der vielfältigen Regenbogen-Gemeinschaft – lesbisch (L), schwul (S), bisexuell (B), transgender (T), transsexuell (T), intersexuell (I), queer (Q).

 

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