Hallo beim Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg

Das Landesnetzwerk ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queer (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen in Baden-Württemberg. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen LSBTTIQ-Mitgliedsgruppen auf Landesebene zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und gegenüber landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten. Aktuell zählt das Netzwerk über 100 Mitglieder.

Mehr dazu in der Präambel des Netzwerks. Termine des Netzwerks finden sich im Kalender.

Zur Regierungsbildung: Rechte für LSBTTIQ stärken!

Am 12. Mai hat die neue Landesregierung in Baden-Württemberg ihre Arbeit aufgenommen. Im Koalitionsvertrag wurden auch Ziele festgelegt, die zur Stärkung der Rechte von lsbttiq Menschen beitragen und einen wertschätzenden Umgang mit Vielfalt befördern. Für die Umsetzung dieser Ziele setzt die Landesregierung auch auf die Kooperation mit dem Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg.

Wir freuen uns, die Erfahrung und Expertise unserer mehr als 120 Mitgliedsorganisationen einbringen zu können. Gemeinsam mit der Regierung werden wir an diesen wichtigen Themen arbeiten und auch den Aktionsplan für Akzeptanz & gleiche Rechte fortschreiben und weiterentwickeln.

Mehr dazu in unserer Pressemitteilung.

Wichtiger Etappensieg

Vor einem Jahr rückte unser Netzwerk die Anliegen von lesbischen Paaren mit Kindern in den Mittelpunkt und fordert in seiner Pressemeldung die Abschaffung der gravierenden Ungleichbehandlung im gegenwärtigen Abstammungsgesetz. Wir freuen uns, dass jetzt eine rechtliche Klage gegen dieses Unrecht, wonach die gleichgeschlechtliche Partnerin der Mutter die Rechte und Pflichten des zweiten Elternteils nicht von Gesetzes wegen mit der Geburt des Kindes erlangen kann, erfolgreich war. 

Das OLG Celle hält den §1592 BGB für verfassungswidrig und hat den Fall an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verwiesen. Das OLG Celle geht davon aus, dass die fehlende rechtliche Regelung die Ehefrau einer Mutter in ihrem verfassungsrechtlich geschützten Elternrecht (Art. 6 Abs. 2 GG) sowie das Grundrecht des betroffenen Kindes auf Pflege und Erziehung durch seine Eltern verletzt. 

Einige Hintergrundinformationen auch im Überblick der GFF und im Artikel zum Urteil, ZEIT online

Aufklärung an Schulen und Bildungseinrichtungen

Die Schulen sind wieder zu Begegnungsorten geworden. Ein angemessener Umgang mit der Vielfalt von Geschlecht wird damit wieder enorm wichtig. Für Lehrkräfte  empfehlen wir daher unsere Broschüre Vielfalt von Geschlecht in der Schule mit vielen interessanten Informationen.

Möglichen Partner_innen für einen Projekttag findet ihr auf der Seite der Themengruppe Bildungsarbeit mit den fantastischen Aufklärungsprojekten in Baden-Württemberg.

Ein gute Tipp für Lehrkräfte ist auch die Fortbildung für sozialpädagogisches und therapeutisches Fachpersonal zu Transsexualität, Transgender und Intergeschlechtlichkeit und die Coming-Out-Begleitung im Schulkontext

Endlich! Handreichung für Beratungslehrkräfte zu LSBTTIQ

Im Dezember 2020 wurde eine lange erwartete Handreichung "Alle Farben im Blick?!?" für Schulpsychologie und Beratungslehrkräfte veröffentlicht. Der Anspruch ist, Beratende in der Schule zu befähigen, mit Beratungsanliegen auch von LSBTTIQ Schüler_innen kompetent, reflektiert und sensibel umzugehen.

Hier kann die Handreichung heruntergeladen werden. Bedauerlicher Weise ist die Handreichung noch nicht beim Kompetenzzentrum Schulpsychologie BW verlinkt. 

Für weitergehende Beratung und Fortbildung stehen auch die Beratungsorganisationen des Netzwerks zur Verfügung (https://www.beratung-lsbttiq.net). Kontakte für Workshops und andere Bildungsangebote für Schulen, Fachkräfte und Interessierte finden Sie hier: bildungsarbeit 

Anlässlich des LesbenFrühlingsTreffens 2021

Seit 47 Jahren findet mit dem LesbenFrühlingsTreffen (LFT) jährlich an Pfingsten das größte deutschsprachige Lesben*treffen statt. Im Programm des diesjährigen LFTs werden leider auch Veranstaltungen angekündigt, deren Inhalt wir als trans*feindlich einstufen.

Für uns als Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg ist die Zusammenarbeit lesbischer* und trans*-Gruppen selbstverständlich und wir verurteilen jede Art von Trans*feindlichkeit – auch wenn sie nur von einem kleinen Teil der lesbischen* Community vertreten wird.

Mehr dazu in unserer Pressemitteilung: hier

Für eine Erinnerungskultur jenseits von Opferhierarchien

Anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar erinnern wir an das Leid lesbischer, schwuler, bisexueller, transgender, transsexueller, intersexueller und queerer (lsbttiq) Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus kriminalisiert, zwangssterilisiert oder als Homosexuelle und „Asoziale“ in Arbeits- und Konzentrationslager gebracht wurden. 

Als Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg machen wir uns stark für eine Erinnerungskultur jenseits von Opferhierarchien. Zum Gedenktag empfehlen wir daher besonders die Live-Stream-Veranstaltung am 24. Januar 2021 um 16 Uhr zur kürzlich erschienenen Buchveröffentlichung Erinnern in Auschwitz – auch an sexuelle Minderheiten.

Mehr dazu in unserer Pressemitteilung sowie der Einladung und dem Mitschnitt zur Live-Stream-Veranstaltung.